Mythos
Dominanz

Leider ist es immer noch weit verbreitet, dass der Hund ein dominantes Verhalten gegenüber seinem Menschen haben könnte und um den Platz des Rudelführers kämpft. Dieses altmodische Denken und das Ausführen von Praktiken, die den Hund “unterordnen” sollen, sind veraltet und schon seit vielen Jahren aus der modernen Ethologie gestrichen worden. Wer also noch der Meinung ist, dass der Mensch seine “Alpha”-Position seinem Hund durch harte Trainingsmethoden beweisen muss, handelt falsch! In meiner Praxis ist es noch nie notwendig gewesen, einen Hund auf den Rücken zu legen, ihm in den Nacken zu packen oder den Schnauzengriff oder ähnliches anzuwenden!

Wenn du deinen Hund richtig sozialisierst,
den Fokus auf Vertrauensaufbau,
Spaß und gegenseitigem Respekt legst,
brauchst du weder Druck noch Gewalt!

Es gibt viele Gründe,
warum die Theorie über “Dominanzverhalten beim Hund
gegenüber dem Menschen” falsch ist:
Der Hund mag zwar vom Wolf abstammen, doch gestaltet sich sein Leben mit dem Menschen ganz anders. Ein Wolfsrudel ist so komplex aufgebaut, und selbst die Alphatiere sitzen nicht oben auf dem Thron und lassen sich bedienen. Ein Trainer empfahl seinem Kunden, den Hund zu ignorieren, wenn dieser Kontakt zu ihm aufnehmen wollte. Es hieß, dass immer nur der Mensch den ersten Kontakt zum Hund für z.B. Spielaufforderung oder Streicheln machen dürfe. Im Wolfsrudel nimmt JEDES Mitglied innerhalb einer Stunde mit jedem Kontakt auf – und das im Durchschnitt sieben Male!
Ein Hund, der sehr willensstark ist, wird durch Druck, Gewalt und Unterdrückung irgendwann eher Abwehrverhalten entwickeln. Wer weiß, wie Hunde lernen, wird auch wissen, dass sich dieses Verhalten gegen alles und jeden richten kann.
Wendest du Druck, Gewalt und Unterdrückung bei einem Hund an, der eher zurückhaltend und unsicher ist, wirst du bei ihm mehr Unsicherheit und sogar Ängste erzeugen.
Hunde sind soziale Tiere! Daher sind sie auch in der Lage Problemsituationen kooperativ zu lösen. Es liegt also am Menschen, den Hund richtig zu lesen und zu verstehen, und dem Hund die Möglichkeit für Problemlösungen zu bieten.
Der Begriff “Dominanz” wird im Sprachgebrauch vielfältig eingesetzt. Schlage einmal nach, welche Definitionen du zu diesem Wort finden kannst. Du wirst feststellen, dass die Definitionen nichts mit dem Leben eines Hundes zu tun haben.
Überlege doch mal,
welche Qualitäten eine gute Führungsperson in einem Unternehmen haben sollte?

Ich bin mir sehr sicher, dass dies eher eine Person ist, der du vertrauen können möchtest, und du dir jemanden in der Führungsposition wünschst, der deine Leistungen würdigt, dich unterstützt, fördert und gerecht behandelt! Sei eine solche Person deinem Hund gegenüber. Dann brauchst du keine Strenge, kein Schimpfen, keine lauten Worte oder Gewalt!