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Welcher Typ ist mein Hund?

Wie einfach wäre es, innerhalb kürzester Zeit zu erfahren, welchen Typ Hund man an seiner Seite hat. Ist eine Typenanalyse überhaupt sinnvoll, und welche Gefahren stecken hinter einer solchen Analyse, die vielleicht bei nur einem Beratungstermin von ein oder zwei Stunden durchgeführt werden soll?

Bei den Beratungsstunden fällt immer mal wieder die Frage, ob ich etwas zu dem Typ des Hundes sagen könne. Meistens kommen die Menschen mit ihren Hunden in eine Beratungsstunde, weil sie vielleicht ein Problemverhalten oder ein individuelles Training besprechen möchten. Um eine Typenanalyse durchzuführen, braucht es aber Zeit. Innerhalb von ein oder zwei Stunden ist das kaum möglich. Warum?

Was bei nur einem Termin, der vielleicht bei dem Kunden Zuhause oder bei mir auf dem Platz stattfindet, erstmal nur zu sehen ist, ist eine Momentaufnahme. Entweder ist der Hund in einer fremden Umgebung oder z.B. ich, als fremde Person, in seinem Bereich. Entsprechend zeigt der Hund ein bestimmtes Verhalten, weil für ihn die Situation völlig neu ist. Sein Verhalten hängt immer davon ab, ob er sich sicher oder unsicher fühlt.

Zu dem spüren Hunde, dass da eine gewisse Erwartungshaltung oder auch Spannung in der Luft liegt, und sie betrachtet und beobachtet werden. Die Tagesverfassung des Hundes und der Menschen, die Umgebung, die innere Haltung der Menschen (und noch anderes) beeinflussen in diesem Moment das Verhalten des Hundes. Eigentlich gibt dies schon die klare Antwort auf die Frage, ob eine Typenanalyse des Hundes in dieser Momentaufnahme überhaupt möglich ist. Nämlich “Nein”.

Das wäre so, als würde ein unbekannter Mensch beim ersten Treffen irgendwo, sofort analysiert abgestempelt in eine Schublade gesteckt werden. Was zuerst äußerlich bewusst aufgenommen wird (vielleicht, weil besonderer Wert darauf gelegt wird), ist dessen Erscheinung, sein Gesichtsausdruck, sein Verhalten (Gestik), seine Motorik, sein Geruch und seine Stimme. Die ersten Sekunden sind bei einem ersten Treffen für die meisten Menschen die wichtigsten, da es um den ersten Eindruck geht. In dem Augenblick ist aber schon eine Bewertung abgegeben worden. Kaum ein Mensch ist in der Lage, das erste Treffen mit einem Fremden ohne eine Bewertung geschehen zu lassen. Dabei wäre eine neutrale Haltung bei einem ersten Treffen sehr viel besser, seinen Gegenüber also nicht zu beurteilen. Seinen Gegenüber einfach nur wahrzunehmen und ihm für weitere Situationen die Chance zu lassen, sich mit seinem vollsten Potential zeigen zu können. Erst dann, nach einiger Zeit und Erfahrungen mit diesem Fremden, wäre es möglich, etwas über seine Persönlichkeit, seinen Charakter oder was auch immer auszusagen. Allerdings wäre diese Person dann kein Fremder mehr, weil schon mehr über ihn bekannt geworden ist.

Eine Typenanalyse, die in einer so kurzen Zeit, an nur einem Ort durchgeführt wird, kann keine zutreffende Aussage über die Persönlichkeit eines Hundes sein! Es wäre nur eine Bestandsaufnahme für diesen einen festgelegten Zeitraum. Sie kann nichts darüber aussagen, ob der Hund
– selbständig eine Lösung für eine schwierige Situation finden kann.
– generell schüchtern oder ein Draufgänger ist.
– ein aggressiver Hund gegen alles und jeden ist.
– ein Typ ist, der generell schnell lernt.
– eine bestimmte Art und Weise hat zu lernen.
– ein Dickschädel ist und seine Menschen nicht respektiert.
– oder oder oder.
Es bleibt nur eine Momentaufnahme aus diesen ein oder zwei Stunden.
Eine solche Typenanalyse ist völlig sinnlos, wenn nicht sogar gefährlich. Du weißt sehr viel mehr über deinen Hund, weil du eben Tag für Tag mit ihm zusammen bist, und ihn schon in vielen Situationen erlebt hast. Eine oberflächige Typenanalyse kann Hundehalter stark verunsichern und ein falsches Bild auf ihren Hund werfen. Wenn dann noch eine Trainingsempfehlung folgt, die für den Hund absolut ungeeignet ist, kann dies fatale Folgen haben.

Interessanter wäre es, statt den Hund in eine Schublade stecken zu wollen, das, was er geben kann, wahrzunehmen, anzunehmen, zu fördern und in das gemeinsame Zusammenleben zu integrieren. Eine Persönlichkeit kann sich durch Erfahrungen immer weiter entwickeln und entfalten. Wesenszüge und Charaktereigenschaften haben irgendwo ihren Ursprung und für ihr Vorhandensein ihre Gründe. Das Verhalten, das der Hund äußerlich zeigt, ist erstmal sein an sein Umfeld angepasstes Verhalten. Das sagt noch lange nichts über ihn aus. Ihn zu erkennen braucht Zeit und das Feingefühl, seinen Hund in vielen unterschiedlichen Situationen wahrnehmen und verstehen zu können. Und dafür genügt es nicht, nur auf die äußere Körpersprache des Hundes zu schauen oder einen festgelegten allgemeingültigen Fragekatalog zu beantworten.

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