Kotfressen beim Hund Hunde richtig ernähren Hundegesundheit Darmerkrankungen Dog Human Walk Tierheilpraxis Wittlich Trier Luxemburg Rheinland-Pfalz Nordrhein Westfalen

Kotfressen beim Hund – Ursachen, Diagnostik und Management

Wissenschaftlich fundierter Überblick

1. Definition

Koprophagie bezeichnet das gezielte Fressen von Kot. Dies kann den eigenen Kot, den Kot anderer Hunde oder anderer Tierarten betreffen.
Es handelt sich um ein verhaltensbiologisches und medizinisches Thema, das organische, nutritive oder verhaltensbedingte Ursachen haben kann.

2. Physiologische Grundlagen

  • Hunde besitzen ein vergleichsweise kurzes Verdauungssystem.
  • Die Aufnahme von Kot kann theoretisch zu einer zusätzlichen Aufnahme von unzersetzten Nährstoffen, B-Vitamine bildenden Bakterien oder präbiotischen Substraten führen.
  • Dieses Verhalten ist bei wildlebenden Caniden gelegentlich beobachtet worden, dort oft im Kontext von Nestpflege oder parasitenreduzierendem Verhalten.
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3. Häufige medizinische Ursachen

3.1 Maldigestion und Malabsorption

  • Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)
  • Unzureichende Fettverdauung
  • Enzymmangel
→ Der Hund versucht, nicht aufgenommene Nährstoffe „nachzuholen“.

3.2 Nährstoffmängel
Oft betroffen:

  • Vitamin B12 (Cobalamin)
  • Vitamin B1
  • Folsäure
  • Spurenelemente wie Zink
  • Mineralstoffe wie Magnesium
→ Ein Mangel verändert Appetit und Suchverhalten.

3.3 Dysbiosen / Probleme im Darmmikrobiom

  • Ungleichgewicht der Darmflora
  • Verminderte kurzkettige Fettsäuren
  • Fehlbesiedlungen
→ Kot enthält bakterielle Stoffwechselprodukte, die als „attraktiv“ wahrgenommen werden können.

3.4 Parasiten

  • Giardien
  • Spulwürmer
  • Peitschenwürmer
→ Sie können zu Hunger, Mangelzuständen und irritiertem Darm führen.

3.5 Diabetes mellitus / Cushing / Schilddrüsenunterfunktion

  • Erhöhter Hunger
  • Verändertes Fressverhalten
→ Generell vermehrte Nahrungsaufnahme, auch ungeeigneter Substanzen.

3.6 Schmerz oder gastrointestinales Unwohlsein

  • Gastritis
  • Reflux
  • Entzündungen
→ Suchen nach Linderung durch ungewöhnliche Fressgewohnheiten.

4. Verhaltensbezogene Ursachen

4.1 Stress und Angst

  • Übersprungshandlungen
  • Stressabbau
→ Typisch bei sensiblen oder unsicheren Hunden.

4.2 Aufmerksamkeitsorientiertes Verhalten

  • Hund lernt, dass Kotfressen Reaktionen beim Menschen auslöst.

4.3 Instinktive Verhaltensmuster

  • Nestpflege (bei Hündinnen
  • „Aufräumen“ der Umgebung
→ Evolutionsbiologisch sinnvoll im Wurfkontext.

4.4 Langeweile / Unterforderung

  • Besonders bei jungen, aktiven Hunden mit wenig geistiger Auslastung.

4.5 Nachahmung / Lernprozesse

  • Junge Hunde kopieren Verhalten anderer Hunde oder reagieren auf unklare Grenzen.


5. Diagnostik

5.1 Klinische Untersuchung

  • Allgemeines Untersuchungsprofil
  • Körperkondition
  • Zustand von Haut und Fell
  • Schleimhäute

5.2 Kotuntersuchung

  • Dreifach-Flotation
  • Antigen-/ELISA-Test (Giardien)
  • Bakteriologische Kotprofile
  • Mikrobiomanalyse

5.3 Blutuntersuchungen

  • großes Blutbild
  • Biochemie
  • Vitamin-B12
  • Folsäure
  • TLI/PLI (Pankreaswerte)
  • Spurenelemente: Zink, Kupfer, Selen
  • Schilddrüse (T4, fT4, TSH)
  • Cortisol (Cushing-Abklärung)

5.4 Ernährungshistorie

  • Futterzusammensetzung
  • Energiezufuhr
  • Qualität des Futters
  • Fütterungsfrequenz
  • Zusatzstoffe und Supplemente

6. Management & Therapie

6.1 Ernährung

  • hochverdauliche Kost
  • klar definierte Protein- und Kohlenhydratquellen
  • Vermeidung von Füllstoffen und stark verarbeiteten Zutaten
  • Einsatz von prä- und probiotischen Komponenten
  • ggf. Futterumstellung auf Mikrobiom-freundliche Rationen

6.2 Supplementierung
Wirksam je nach Ursache:

  • Vitamin B12 (bei nachgewiesenem Mangel)
  • Zink
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Präbiotika (MOS, FOS, Inulin)
  • Probiotika (z. B. Lactobacillus, Bifidobacterium-Stämme)

6.3 Verhaltenstherapie

  • Reizarme Spaziergänge
  • Alternativverhalten („Leave it“, „Schau“)
  • Schleppleine zur Kontrolle
  • Vermeidung von Strafen (erhöht Stress → Problem verstärkt sich)

6.4 Umweltmanagement

  • Kot direkt entfernen
  • Freilaufflächen prüfen
  • Kotfressen durch Distanz und Management verhindern, bis Therapie greift


7. Prognose

Die Prognose hängt von der Ursache ab:

  • med. Ursache → sehr gut, wenn behandelt
  • ernährungsbedingte Ursache → gut, bei richtiger Anpassung
  • verhaltensbedingte Ursache → gut bis mittel, abhängig von Training & Stresslevel
  • lang bestehende Koprophagie → Veränderung möglich, aber erfordert konsequentes Management

8. Kernaussagen

  • Kotfressen ist keine „Unart“, sondern ein Symptom.
  • Medizinische Ursachen müssen zuerst abgeklärt werden.
  • Ernährung und Darmgesundheit spielen eine zentrale Rolle.
  • Verhaltensfaktoren verstärken oder erhalten das Verhalten.
  • Kombination aus Diagnostik + Ernährung + Verhaltenstraining liefert die besten Ergebnisse.


9. Zusammenfassung

Kotfressen (Coprophagie) ist bei Hunden ein relativ häufig auftretendes Verhalten und kann sowohl medizinische als auch verhaltensbezogene Ursachen haben. Medizinisch kommen vor allem Nährstoffmängel, Verdauungsstörungen, Parasiten, Pankreasprobleme oder Störungen des Mikrobioms infrage. Aber auch Stress, Unterforderung, unsichere Bindung, erlernte Muster oder das Reinlichkeitsverhalten von Mutterhunden können beteiligt sein.
Eine gründliche tierärztliche und tierpsychologische Abklärung und ist wichtig, um körperliche Ursachen auszuschließen. Parallel sollte die Ernährung überprüft werden: hochwertige Proteinquellen, ausreichende Mineralstoffe, Vitamine und ein stabiler Darm unterstützen viele betroffene Hunde. Verhaltensseitig helfen Management, gezieltes Training (z. B. „Lass es“), ausreichend Aktivität sowie ein stressarmes Umfeld.
Kotfressen ist kein Zeichen „von Trotz“, sondern immer ein Hinweis darauf, dass etwas im Körper oder im Alltag des Hundes aus dem Gleichgewicht geraten ist. Mit einem strukturierten Vorgehen lassen sich die meisten Fälle gut verbessern.

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